Die Macht der Gewohnheiten: Leben wir eigentlich auf Autopilot?

Manchmal führt uns der Zufall zu den besten Entdeckungen. Heute habe ich angefangen, ein Buch zu lesen, das eigentlich ein Geschenk an meinen Freund war. Da er es bisher nicht gelesen hatte, habe ich es mir kurzerhand selbst geschnappt: „The Power of Habit“ (Die Macht der Gewohnheiten) von Charles Duhigg.

Schon die ersten 4–5 Seiten haben mich komplett begeistert.

Es ist faszinierend zu sehen, dass unser Leben ein komplexer Mechanismus mit so vielen Prozessen ist, die wir selbst oft gar nicht bewusst wahrnehmen. Eine Zahl hat mich dabei besonders umgehauen: Ganze 40 % unseres täglichen Handelns basieren nicht auf bewussten Entscheidungen, sondern rein auf unseren Gewohnheiten.

Natürlich hat man irgendwie ein Gefühl, dass man oft die gleichen Dinge tut. Wir wiederholen unseren täglichen Ablauf: der immer gleiche Weg zur Arbeit, das tägliche Zähneputzen vor dem Zubettgehen oder die Tasse Kaffee am frühen Morgen, ohne die der Tag einfach nicht beginnen kann.

Aber dass diese festgefahrenen Gewohnheiten unbemerkt unsere tatsächlichen Entscheidungen beeinflussen und steuern, war mir in diesem Ausmaß nicht bewusst. Wir denken, wir wählen frei – dabei spult unser Gehirn oft nur ein gelerntes Programm ab.

Und was bedeutet das für mich?

Diese Erkenntnis bringt mich natürlich sofort ins Grübeln über mich selbst. Wenn fast die Hälfte meines Tages von Gewohnheiten gesteuert wird:

  • Welche davon tun mir eigentlich gut – und welche schaden mir eher?
  • Wie oft treffe ich Entscheidungen aus freiem Willen und wie oft, weil „ich es schon immer so gemacht habe“?

Wenn ich ehrlich zu mir bin, mache ich so einiges unbewusst, was mich eigentlich nur blockiert oder mir wertvolle Zeit raubt. Der Autopilot schaltet sich viel öfter ein, als ich dachte – sei es der automatische Griff zum Handy, wenn ich Pause habe oder das Händewaschen, sobald ich nach Hause komme.

Aber das Interessante ist: Sobald mir eine meiner schlechten Gewohnheiten bewusst wird, kann ich sie auch ändern … oder? Davon bin ich fest überzeugt. Eine Gewohnheit steuert uns zwar oft unbewusst, aber sobald wir sie ans Licht holen, bekommen wir die Macht über sie zurück.

Genau das habe ich vor einer Woche mit meinen abendlichen Fernseh-Snacks erlebt. Schon ewig dachte ich, ich „brauche“ einfach etwas zum Knabbern, während ich meine Serie anschaue. Der Tag ist vorbei, Zeit zum Entspannen und natürlich, um mich selbst zu belohnen. Snacks waren dafür scheinbar perfekt. Dass mein Bauch davon immer dicker wurde, habe ich ignoriert, denn diese „Belohnung“ war mir wichtig.

Einfach so damit aufzuhören, schien mir unendlich schwer. Also habe ich nach einer Alternative gesucht. Da wir gerade so einen heißen Sommer haben, kam mir eine Idee, die vielleicht erst einmal verrückt klingt: eingefrorene Mangostücke!

Ich habe sie ein paar Tage lang abends wie Chips genossen. Dabei ist mir klar geworden: Meinem Unterbewusstsein ging es in diesem Moment gar nicht primär um den Geschmack, sondern um die Beschäftigung – das Kauen und Schlucken beim Entspannen.

Nach ein paar Tagen mit den Mangos habe ich sie an einem Abend ganz vergessen. Am nächsten Tag wieder. Und jetzt? Seit vier Tagen esse ich gar nichts mehr vor dem Fernseher. Ich habe das Gefühl, mich erfolgreich von dieser kleinen „Abhängigkeit“ befreit zu haben. Ich bin unglaublich froh über diesen Schritt!

Ich bin auf jeden Fall extrem gespannt, was das Buch mir auf den nächsten Seiten noch offenbart und welche unbewussten Muster ich bei mir noch entdecken werde.

(*) Professionelle Hilfe: Meine Inhalte dienen Inspiration und allgemeinen Information. Wenn du jedoch das Gefühl hast, unter einer Depression oder einer anderen psychischen Belastung zu leiden, ist es sehr wichtig, dass du dir professionelle Hilfe suchst.

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